Kurzantwort: Was sind die wichtigsten Recruiting Trends in Österreich?
Die wichtigsten Recruiting Trends in Österreich sind Employee Centricity, Active Sourcing, Social Recruiting, Video Recruiting, Diversität und Inklusion sowie ein stärkerer Fokus auf Mitarbeiterbindung (Retention).
Unternehmen in Österreich müssen heute aktiv auf Kandidat:innen zugehen, ihre Arbeitgebermarke Employer Branding stärken und Recruiting zunehmend wie Marketing denken.
Recruiting 2.0: Wie sich Recruiting in Österreich verändert hat
Stellenanzeigen in der Lokalpresse, ein Promotionstand auf der Karrieremesse und zwei Roll-ups. So ähnlich sah eine Recruitingstrategie unter HR-Verantwortlichen noch vor einigen Jahren aus. Heute hat sich die Welt des Recruitings grundlegend verändert. Klassische Maßnahmen wie Zeitungsannoncen verlieren an Wirkung, während digitale Kanäle, Social Media und datengetriebene Ansätze im Recruiting immer wichtiger werden.
Der Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte zwingt Unternehmen dazu, Recruiting neu zu denken. Moderne Recruitingstrategien setzen daher auf:
- eine klare Arbeitgebermarke
- aktive Kandidatenansprache
- zielgruppenspezifische Inhalte
- digitale Recruitingkanäle, wie beispielsweise Social Media
Welche Recruiting Trendsin Österreich heute besonders wichtig sind, zeigen wir im folgenden Artikel.
Welche Recruiting Trends aktuell besonders wichtig sind
Die wichtigsten Recruiting Trends, die Sie kennen sollten
Die Arbeitswelt hat sich verändert – und damit auch die Erwartungen von Bewerber:innen.
Zu den wichtigsten Recruiting Trends zählen heute:
- Employee Centricity
- Active Sourcing
- Social Recruiting
- Video-Recruiting
- Diversität und Inklusion
- Retention statt reines Recruiting
Diese Recruiting Trends beeinflussen zunehmend die Strategien von HR-Abteilungen und Personalverantwortlichen in österreichischen Unternehmen.
Employee Centricity: Mitarbeitende im Fokus
Mitarbeiterorientierung als wichtigsten Erfolgsfaktor im Recruiting 2.0
Der österreichische Arbeitsmarkt hat sich zu einem Kandidatenmarkt entwickelt. Bewerber:innen können sich mittlerweile aussuchen, bei welchem Unternehmen sie ihren Traumjob antreten. „Post & Pray“, also das Inserieren von offenen Stellen und Warten auf Feedback, war gestern.
Zudem rücken die eigenen Mitarbeiter:innen immer stärker in den Fokus. Dazu zählen auch bereits potenzielle Bewerber:innen, die an verschiedensten Touchpoints mit einem Unternehmen in Berührung kommen – Stichwort „Employee Centricity“.
Der Create People Advantage 2021 Report der renommierten Boston Consulting Group zeigt auf, dass Mitarbeiterorientierung und „People Management“ immer wichtiger werden. Hier geben 85% der Befragten an, dass die Konzentration auf die Bedürfnisse und Erwartungen der Mitarbeiter:innen der wichtigste Erfolgsfaktor im Wettbewerb um Talente ist - das ist die höchste Übereinstimmung in der gesamten Studie.
First People Management: Bereits beim ersten Kontakt mit einem zukünftigen Mitarbeiter oder Mitarbeiterin ist die richtige Ansprache beim Bewerbungsprozess wichtig. Der findet spätestens zu Beginn des Employee Lifecycles während des Recruitings statt. Gen Z muss anders angesprochen werden, als eine Babyboomer-Führungsperson.
Post & Pray ist endgültig vorbei
Zentraler HR-Trend ist Active Sourcing
Früher reichte es als Recruiter oder HR-Verantwortlicher oft aus, eine Stellenanzeige zu veröffentlichen und auf Bewerbungen zu warten. Dieses Vorgehen wird häufig als „Post & Pray“ bezeichnet. Um überhaupt in die Position zu kommen, mit Bewerber:innen sprechen zu können, müssen Recruiter:innen eine attraktive Arbeitgebermarke schaffen und Menschen für das Unternehmen begeistern. Die ersten Touchpoints entlang der Employee Journey finden nicht mehr zufällig statt. Post & Pray ist vorbei, aus passiv wird aktiv.
“Heute funktioniert Recruiting anders: Unternehmen müssen aktiv auf Kandidat:innen zugehen - oder einen professionellen Headhunter engagieren.”
Christian Obenaus, Personalberater bei Schulmeister Management Consulting
Dieser übergeordnete Trend bringt diverse kleine, spannende Ansätze mit sich. Recruiting über Social Media ist der Bekannteste: Über Plattformen wie LinkedIn, aber auch Facebook, Reddit, WhatsApp oder Instagram, suchen Headhunter:innen aktiv nach Kandidat:innen, die für das Jobprofil infrage kommen.
Active Sourcing im Recruiting
Im HR-Zusammenhang fällt auch oft der Begriff des Active Sourcing. Ähnlich wie beim Social Recruiting werden Mitarbeitende gezielt, also aktiv, gesucht. Zum Einsatz kommen unter anderem auch Lebenslaufdatenbanken, die gegen Bezahlung große Mengen an Bewerberdaten zugänglich machen. Für viele Unternehmen ist Active Sourcing jedoch ein Ressourcenfresser, denn die Suche nach geeigneten Kandidat:innen ist zeitintensiv und verursacht hohe Personalkosten. Darüber hinaus fehlt vor allem kleinen Unternehmen oft auch das Wissen, wie potentielle Kandidat:innen professionell angesprochen werden können. Viele Unternehmen greifen daher auf spezialisierte Personalberatungen beim Headhunting zurück.
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Performance Recruiting in Österreich
Ein weiterer Trend im HR ist das Performance Recruiting in Österreich. Hier agieren Recruiter:innen ähnlich wie beim B2C-Marketing und sprechen eine definierte Zielgruppe ganzheitlich an. Streuverluste vorprogrammiert? Nicht ganz: Durch smartes Targeting wird die richtige Zielgruppe mit den richtigen Worten, Bildern und Videos auf passenden Kanälen angesprochen. Wie im Marketing wird der Content an den Bedürfnissen und Pain Points der Zielgruppe ausgerichtet.
Performance Recruiting und Social Recruiting in Österreich
Ein weiterer wichtiger Recruiting Trend ist Performance Recruiting
Dabei wird Recruiting zunehmend wie Marketing gedacht. Ziel ist es, Kandidat:innen über verschiedene digitale Kanäle gezielt anzusprechen.
Typische Kanäle für diese Form des Recruitings sind alle Social Media Plattformen, auf denen die Zielgruppe aktiv ist:
- Karriereseiten
Durch gezieltes Targeting können Unternehmen ihre Recruitingbotschaften genau an die passende Zielgruppe ausspielen, und auch im Employer Branding sind Social Media-Kanäle ein wichtiger Faktor entlang der Candidate Journey geworden.
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Video-Recruiting: Content wird visueller
Authentizität & echte Einblicke in Unternehmen
Recruiting entwickelt sich zunehmend in Richtung Bewegtbild und authentischen Content. Videos ermöglichen es Unternehmen, Einblicke in den Arbeitsalltag zu geben und ihre Unternehmenskultur authentisch zu präsentieren. Für Employer Branding sind Videos und kurze Reels perfekt um passende Stimmungen und Atmosphäre zu transportieren.
Gerade im Social Recruiting funktioniert vieles besser mit einem kurzen Video. „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ – der Spruch ist so alt wie die Zeit, bewahrheitet sich aber auch im Recruiting. Die x-te geschriebene Stellenanzeige, ob online oder offline, reißt keine:n Bewerber:in mehr vom Hocker, vor allem GenZ und jüngere Zielgruppen bevorzugen Videos.
Recruitingvideos können beispielsweise zeigen:
- Arbeitsalltag im Unternehmen
- Interviews mit Mitarbeitenden
- Einblicke in Teams, Events und Projekte
- Unternehmenskultur
Text raus, Video rein – warum nicht? Recruitingvideos gewinnen immer mehr an Bedeutung. Über Bilder lassen sich mehr Emotionen transportieren, gleichzeitig zeigt nicht zuletzt der Erfolg von TikTok, welches Contentformat Nutzer:innen an den Bildschirm fesselt.
Mit einem Videodreh können Sie Ihr Unternehmen authentisch in Szene setzen, Alltagssituationen zeigen und Vorgesetzte wie Mitarbeitende gleichermaßen zur Sprache kommen lassen. Wichtig ist dabei: Keine Schauspieler:innen und aufgesetzten, unrealen Skripte! Authentizität gewinnt.
Auch wir bei Schulmeister setzen auf die Stimmen unserer Bewerber:innen. In diesem Video erzählt Alexander Klinsky (Head of IT) über seine Zusammenarbeit mit uns.
Diversität und Inklusion im Recruiting
DEI ist kein Nice to Have mehr
Diversität und Inklusion haben sich in den letzten Jahren zu wichtigen Themen im Recruiting entwickelt. Ehrlichkeit und Authentizität sind weitere Stichworte für den nächsten Recruiting-Trend. Während bis vor einigen Jahren Themen wie Diversität und Inklusion für Bewerber:innen zweitrangig waren, hat sich das Blatt mittlerweile gewendet.
Viele Bewerber:innen achten heute bewusst darauf, ob Unternehmen:
- Vielfalt aktiv fördern
- unterschiedliche Perspektiven wertschätzen
- ein inklusives Arbeitsumfeld schaffen
“Dabei gilt: Diversität sollte im Unternehmen nicht nur kommuniziert, sondern auch gelebt werden.”
Barbara Schreiber, Personalberaterin bei Schulmeister Management Consulting
Heute erwarten potenzielle Mitarbeitende ein offenes Unternehmen, das ihre Werte vertritt, bereit für Neues ist und niemanden ausgrenzt. Auch hier gilt es, ehrlich zu sein: Bilder von diversen Personengruppen im Recruiting zu verwenden, von denen niemand im Unternehmen arbeitet? Ein No-Go. Diversität, Inklusion & Co. kann nur bewerben, wer es auch tatsächlich innerhalb der Organisation lebt.
Barrierefreie Zugänge oder „Sprachniveau A2“ – damit öffnet sich ein Unternehmen auch für Menschen, die eine Sprache nicht perfekt beherrschen – sind Punkte, die Bewerber:innen in Stelleninseraten oder Recruitingvideos positiv wahrnehmen. Chancengleichheit, diverse Teams, Offenheit und Nachhaltigkeit sind speziell für jüngere Generationen heute für ein modernes Unternehmen unabdingbar.
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Recruiting international denken
Fachkräftemangel in Österreich erfordert internationale Recruitingstrategien
In einigen Branchen ist der Fachkräftemangel besonders stark ausgeprägt. Eine Studie des Industriewissenschaftlichen Instituts hat ermittelt, dass in der boomenden IT-Branche in Österreich rund 25.000 Fachkräfte fehlen. Viele österreichische Unternehmen weiten daher ihre Recruitingstrategien international aus, um IT-Mitarbeiter:innen mit passenden Skills zu finden.
Internationale Talente bringen häufig:
- neue Perspektiven
- zusätzliche Fachkompetenzen
- kulturelle Vielfalt
in das Unternehmen mit.
Gleichzeitig steigt jedoch auch der organisatorische Aufwand im Recruiting, wenn sie über die Grenzen Österreichs auf Personalsuche gehen. Dabei wird der Blick ins Ausland für Recruiter:innen immer interessanter. Diese stets regional bis national zu besetzen, ist schwierig. Warum also nicht über die Ländergrenzen blicken? Internationals bringen andere Sichtweisen mit und tragen beiläufig zu einer diverseren Gemeinschaft im Team bei.
Retention: So gelingt Mitarbeiterbindung im Recruiting
Recruiting-Trends gibt es viele. Einer davon wirkt auf den ersten Blick allerdings, als hätte er sich fälschlicherweise in die zahlreichen Auflistungen gemogelt. Die Rede ist vom Trend, nicht zu rekrutieren. Sie haben richtig gelesen: Die Kosten für Recruiting gehen durch die Decke – bei einer tendenziell immer kürzer werdenden Beschäftigungsdauer ein nicht zu unterschätzender Faktor.
Um auch Mitarbeitende von Generation Y und Z von einem möglichst langen Verbleib im Unternehmen zu überzeugen, wird Mitarbeiterbindung ein immer wichtigeres Thema. „Retention first“ lautet hier das Zauberwort.
All diese Recruiting-Herausforderungen sind uns bei Schulmeister übrigens bestens vertraut, denn die Suche nach qualifizierten Mitarbeiter:innen in der IT ist unser Tagesgeschäft. Wir finden innerhalb kurzer Zeit die besten IT-Expert:innen für Ihr Unternehmen – wollen wir wetten?
Die Rolle von Recruiter:innen verändert sich
Corporate Influencer und Botschafter im Employer Branding
Recruiter:innen übernehmen heute eine zentrale Rolle in der Außendarstellung eines Unternehmens. Bei allen genannten Recruiting Trends gilt: Die HR-Abteilung fungiert auch immer mehr in die Außendarstellung eines Unternehmens. Bewerber:innen mustern ihre Gegenüber bei Gesprächen und Treffen ganz genau und wägen ab, ob die Organisation zu ihnen passt oder nicht.
Dem oder der Recruiter:in kommt dabei eine Vertriebsrolle als Corporate Influencer zu. Recruiter:innen werden zunehmend zu Botschafter:innen der Arbeitgebermarke. Neben fachlicher Expertise sind daher auch Kommunikationsfähigkeit, Empathie und Beratungskompetenz gefragt. Trotz Standardisierung und Digitalisierung finden zahlreiche persönliche Gespräche zwischen beiden „Parteien“ statt. Recruiter:innen müssen dann ihre neuen potenziellen Kolleg:innen überzeugen – früher war das umgekehrt.
Vielfältige Recruiting-Trends in Österreich
Recruiting 2.0, 3.0 oder 4.0: Es gibt zahlreiche Bezeichnungen für die Entwicklungen neuer Ansätze, die in den letzten Jahren gewachsen sind, sich immer mehr etablieren und an die Stelle von Gewohntem rücken. Lippenbekenntnisse in puncto Vielfalt und Gleichberechtigung reichen nicht mehr aus, gleichzeitig wird Recruiting immer aktiver.
Wie auch immer man aktuelle Recruiting-Trends bezeichnen möchte – sie verändern die Arbeit von Recruiter:innen spürbar. Ohne die Berücksichtigung neuer Medien, neuer Kanäle und einen stärkeren Fokus auf die Bedürfnisse der Bewerber:innen wird Ihr Recruiting heute nicht mehr erfolgreich sein.
Sie benötigen Unterstützung im Recruiting?
Wir von Schulmeister wissen, worauf es bei der Personalsuche ankommt und teilen unser Wissen gerne. Rufen Sie uns gerne jederzeit an!
FAQ zu Recruiting Trends in Österreich
Zu den wichtigsten Recruiting Trends zählen Active Sourcing, Social Recruiting, Video-Recruiting, Employee Centricity sowie ein stärkerer Fokus auf Mitarbeiterbindung.
Der steigende Fachkräftemangel in IT und Führungspositionen, neue digitale Plattformen, KI-Tools und veränderte Erwartungen von Bewerber:innen führen dazu, dass Unternehmen ihre Recruitingstrategien neu ausrichten müssen.
Active Sourcing beschreibt die aktive Suche nach Kandidat:innen über Plattformen wie LinkedIn, Datenbanken oder persönliche Netzwerke. Informieren Sie sich hier, wie Active Sourcing mit KI-Tools funktioniert.
Eine starke Arbeitgebermarke hilft Unternehmen, qualifizierte Talente anzuziehen und sich im Wettbewerb um Fachkräfte zu differenzieren und passende Mitarbeiter:innen zu gewinnen.
Der Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte in Österreich wird immer intensiver. Als spezialisierte Personalberatung unterstützen wir Unternehmen dabei, passende Fach- und Führungskräfte im Finanz-, IT- Immobilien- und Engineeringbereich zu finden.