Kurzantwort: Was macht ein:e Wirtschaftsprüfer:in?
Wirtschaftsprüfer:innen prüfen Jahres- und Konzernabschlüsse gemäß UGB, IFRS bzw. dem nationalen GAAP von Unternehmen und beurteilen, ob diese den gesetzlichen Rechnungslegungsvorschriften entsprechen. Darüber hinaus analysieren sie interne Kontrollsysteme, begleiten Sonderprüfungen (bspw. Umgründungen oder Prüfung von Spendengütesiegel) und tragen dazu bei, Transparenz und Vertrauen in die Finanzberichterstattung sicherzustellen.
Was macht ein:e Wirtschaftsprüfer:in?
Der Arbeitsalltag von Wirtschaftsprüfer:innen ist deutlich vielseitiger, als viele vermuten. Im Mittelpunkt steht zwar die Prüfung von Jahres- und Konzernabschlüssen, tatsächlich begleiten Wirtschaftsprüfer:innen Unternehmen aber auch bei komplexen Fragestellungen rund um Rechnungslegung oder Risikomanagement.
Im Zuge von Erst- oder Vorprüfungen werden oft auch unternehmensinterne Prozesse erhoben, um Risiken und Kontrollen zu identifizieren. Das erfordert auch die intensive Zusammenarbeit der Prüfer:innen mit unterschiedlichen Abteilungen im Unternehmen, wie dem Management, Finance und Controlling, IT, Compliance oder Legal, HR, usw… Je nach Kanzlei, Branche und Mandant unterscheidet sich der Aufgabenbereich teilweise erheblich.
Zu den wichtigsten Aufgaben im Audit gehören:
- Prüfung von Jahresabschlüssen nach UGB
- Prüfung von (Teil-)Konzernabschlüssen nach IFRS oder UGB
- Analyse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
- Beurteilung interner Kontrollsysteme (IKS)
- Durchführung von Sonderprüfungen
Die Prüfungs-Tätigkeit bietet dadurch tiefe Einblicke in unterschiedlichste Unternehmen – vom familiengeführten Mittelbetrieb bis hin zum internationalen Konzern.
Wie wird man Wirtschaftsprüfer:in in Österreich?
Der Beruf des Wirtschaftsprüfers bzw. der Wirtschaftsprüferin ist in Österreich gesetzlich geregelt. Voraussetzung ist in der Regel ein abgeschlossenes wirtschaftswissenschaftliches BA-Studium mit Schwerpunkt auf Finance, Accounting oder Rechnungswesen.
Anschließend erfolgt der Einstieg als Berufsanwärter:in in einer Wirtschaftsprüfungs- oder Steuerberatungskanzlei. Nach der erforderlichen Praxiszeit kann die Fachprüfung bei der Kammer der Steuerberater:innen und Wirtschaftsprüfer:innen (KSW) abgelegt werden. Nach erfolgreicher Prüfung und Angelobung darf die Berufsbezeichnung Wirtschaftsprüfer:in geführt werden.
Wirtschafts-Studium (BA)
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Berufsanwärter:in
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Fachprüfung bei der KSW
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Angelobung als Wirtschaftsprüfer:in
Was macht man in der Wirtschaftsprüfung eigentlich?
Wer in der Wirtschaftsprüfung arbeitet, beschäftigt sich täglich mit Zahlen, Geschäftsprozessen und Unternehmensstrukturen. Ziel ist es, die Ordnungsmäßigkeit von Jahres- und Konzernabschlüssen zu bestätigen und sicherzustellen, dass Unternehmen bspw. die geltenden Rechnungslegungsvorschriften einhalten.
Der Audit, also die Prüfung, findet häufig auch vor Ort bei dem zu prüfenden Unternehmen statt, so dass man als Prüfer:in auch viel Zeit auswärts verbringt.
Gleichzeitig gewinnen Themen wie Digitalisierung, ESG-Reporting, Risikomanagement und interne Kontrollsysteme zunehmend an Bedeutung. Dadurch entwickelt sich die Wirtschaftsprüfung immer stärker von einer klassischen Kontrollfunktion hin zu einer daten- und technologiegestützten Beratung.
Welche Fähigkeiten braucht ein:e Wirtschaftsprüfer:in?
Neben fundiertem Fachwissen, wie bspw. zur Rechnungslegung nach UGB und IFRS, zu Unternehmensbilanzen und -bewertungen, sind analytisches Denken und eine strukturierte und sorgsame Arbeitsweise entscheidend. Wirtschaftsprüfer:innen müssen komplexe Sachverhalte schnell erfassen, gesetzliche Vorgaben sicher anwenden und auch unter Zeitdruck präzise arbeiten.
Außerdem sollte man im Audit auch verantwortungsvoll, genau und diskret sein.
Busy Season in der Wirtschaftsprüfung
Anders als viele andere Finanzberufe ist die Wirtschaftsprüfung von saisonalen Arbeitsspitzen geprägt. Die sogenannte Busy Season reicht – abhängig von den Bilanzstichtagen der Mandant:innen – häufig von Oktober bis Mai. In dieser Zeit arbeiten Wirtschaftsprüfer:innen besonders intensiv mit Unternehmen zusammen und prüfen Jahres- sowie Konzernabschlüsse.
Der Arbeitsaufwand ist in diesen Monaten zwar höher, gleichzeitig sammeln Berufseinsteiger:innen jedoch außergewöhnlich schnell praktische Erfahrung und lernen unterschiedlichste Unternehmen, Branchen und Geschäftsmodelle sehr genau kennen.
„Die Busy Season gehört zum Audit-Berufsbild dazu. Dafür erhalten Berufseinsteiger:innen in kurzer Zeit außergewöhnlich tiefe Einblicke in unterschiedlichste Unternehmen und Branchen. Ein Erfahrungsschatz, von dem sie ihre gesamte Karriere profitieren.“
Arabel Senger, Personalberaterin Finance
Wie viel verdient ein:e Wirtschaftsprüfer:in in Österreich?
Die Wirtschaftsprüfung zählt zu den besseren vergüteten Berufsfeldern im Finanzbereich, und die Gehälter sind ähnlich wie in der Steuerberatung. Das tatsächliche Gehalt hängt unter anderem von Berufserfahrung, Unternehmensgröße, Spezialisierung und Standort ab.
Berufsanwärter:innen starten meist mit einem marktkonformen Einstiegsgehalt laut aktuellen Stelleninseraten von etwa rund
€ 45.000 brutto im Jahr, das mit zunehmender Berufserfahrung kontinuierlich steigt. Nach bestandener Wirtschaftsprüferprüfung eröffnen sich attraktive Entwicklungsmöglichkeiten – sowohl innerhalb einer Wirtschaftsprüfungskanzlei als auch auf Unternehmensseite.
Digitalisierung und KI verändern die Wirtschaftsprüfung
Die Wirtschaftsprüfung befindet sich im Wandel. Diese Entwicklung betrifft nicht nur den Audit-Bereich: Auch KI in modernen Finanzabteilungen verändert Prozesse, Rollenbilder und Anforderungen an Finance-Fachkräfte.Während früher viele Prüfungshandlungen manuell durchgeführt wurden, kommen heute zunehmend digitale Analysewerkzeuge, automatisierte Prüfprozesse und Künstliche Intelligenz zum Einsatz.
Moderne Wirtschaftsprüfer:innen arbeiten längst nicht mehr ausschließlich mit Tabellen und Belegen. Mithilfe von Data Analytics, intelligenten Prüfungssoftware-Lösungen und digitalen Dashboards lassen sich große Datenmengen schneller analysieren und potenzielle Risiken frühzeitig erkennen. KI-Tools unterstützen dabei häufig vor allem bei standardisierten Routinetätigkeiten. Die fachliche Beurteilung komplexer Sachverhalte, die Kommunikation mit Mandant:innen sowie die professionelle Einschätzung von Risiken bleiben jedoch auch künftig zentrale Aufgaben von Prüfer:innen.
„Digitale Tools und KI verändern die Wirtschaftsprüfung spürbar. Der Bedarf an Persönlichkeiten, die wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen, kritisch hinterfragen und komplexe Sachverhalte professionell beurteilen können bleibt im Audit dennoch konstant hoch.“
Arabel Senger, Personalberaterin Finance, Schulmeister Management Consulting
Zukunftsaussichten für Wirtschaftsprüfer:innen
Die Berufsaussichten für Wirtschaftsprüfer:innen sind in Österreich ausgezeichnet. Unternehmen stehen vor immer komplexeren regulatorischen Anforderungen – von internationalen Rechnungslegungsstandards über Nachhaltigkeitsberichterstattung bis hin zu neuen Compliance- und Risikomanagementvorgaben.
Wer Interesse an Zahlen, wirtschaftlichen Fragestellungen und kontinuierlicher Weiterbildung mitbringt, entscheidet sich mit der Wirtschaftsprüfung für einen Beruf mit langfristig hervorragenden Karriereperspektiven.
Darüber hinaus eröffnet die Tätigkeit zahlreiche Wechselmöglichkeiten auf Unternehmensseite: Auch ein Wechsel in klassische Accounting-Funktionen, etwa in die Bilanzbuchhaltung oder das Konzernrechnungswesen, ist ein häufiger Karriereweg. Viele ehemalige Wirtschaftsprüfer:innen übernehmen später verantwortungsvolle Positionen in Unternehmen als:
- Mitarbeiter:in im Accounting
- Leiter:in Rechnungswesen / Head of Accounting
- Finance Manager:in
- Leiter:in Konzernrechnungswesen
- CFO
- Compliance- oder Risk Manager:in
Gerade die breite Erfahrung mit unterschiedlichsten Unternehmen und Branchen macht Wirtschaftsprüfer:innen zu gefragten Expert:innen am Arbeitsmarkt.
Vergleich: Wirtschaftsprüfer:in oder Steuerberater:in
Der berufliche Werdegang zum:zur Steuerberater:in oder Wirtschaftsprüfer:in ist ziemlich ähnlich, das Aufgabenfeld ist dann aber ein anderes:
- Steuerberater:innen beraten Unternehmen und Privatpersonen in steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Fragen und erstellen beispielsweise Jahresabschlüsse oder Steuererklärungen.
- Wirtschaftsprüfer:innen prüfen hingegen unabhängig Jahres- und Konzernabschlüsse und bestätigen deren Ordnungsmäßigkeit.
Beide Berufe arbeiten eng zusammen, verfolgen jedoch unterschiedliche gesetzliche Aufgaben und Verantwortlichkeiten. Welche Laufbahn besser passt, hängt vor allem von den persönlichen Interessen und Stärken ab.
Häufige Fragen zum Beruf Wirtschaftsprüfer:in
Wirtschaftsprüfer:innen prüfen Jahres- und Konzernabschlüsse von Unternehmen und beurteilen, ob diese den gesetzlichen Rechnungslegungsvorschriften entsprechen. Darüber hinaus analysieren sie interne Kontrollsysteme, begleiten Sonderprüfungen und tragen dazu bei, Transparenz und Vertrauen in die Finanzberichterstattung sicherzustellen.
Der Weg beginnt in der Regel mit einem wirtschaftswissenschaftlichen Studium, beispielsweise in Betriebswirtschaft, Finance oder Accounting. Anschließend folgt die Tätigkeit als Berufsanwärter:in in einer Wirtschaftsprüfungs- oder Steuerberatungskanzlei. Nach der vorgeschriebenen Praxiszeit und erfolgreicher Fachprüfung bei der Kammer der Steuerberater:innen und Wirtschaftsprüfer:innen (KSW) darf die Berufsbezeichnung Wirtschaftsprüfer:in geführt werden.
Das Gehalt variiert und hängt von Berufserfahrung, Unternehmensgröße, Spezialisierung und Standort ab. Berufsanwärter:innen starten mit einem marktkonformen Einstiegsgehalt. Nach bestandener Wirtschaftsprüferprüfung sowie mit zunehmender Berufserfahrung steigen die Verdienstmöglichkeiten deutlich. Besonders attraktive Gehälter bieten internationale Wirtschaftsprüfungsgesellschaften sowie Führungspositionen in Unternehmen.
Steuerberater:innen beraten Unternehmen und Privatpersonen in steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Fragen und erstellen den Jahresabschluss. Wirtschaftsprüfer:innen prüfen hingegen unabhängig Jahres- und Konzernabschlüsse und bestätigen deren Ordnungsmäßigkeit. Beide Berufe arbeiten eng zusammen, verfolgen jedoch unterschiedliche gesetzliche Aufgaben und Verantwortlichkeiten.
Mehr dazu auch im Artikel „Steuerberater:in: Aufgaben, Gehalt, Karriere & Ausbildung in Österreich“.
Als Busy Season bezeichnet man die arbeitsintensivste Phase des Jahres in der Wirtschaftsprüfung. Sie liegt – abhängig von den Bilanzstichtagen der Mandant:innen – häufig zwischen September und Mai. In dieser Zeit werden zahlreiche Jahres- und Konzernabschlüsse von Unternehmen geprüft. Gleichzeitig sammeln Berufseinsteiger:innen in kurzer Zeit besonders viel praktische Erfahrung im Audit.
Ja. Die Nachfrage nach qualifizierten Wirtschaftsprüfer:innen bleibt hoch. Neue regulatorische Anforderungen, internationale Rechnungslegungsstandards, ESG-Reporting sowie die Digitalisierung der Prüfungsprozesse sorgen dafür, dass der Beruf auch künftig zu einem sehr wichtigen und gefragten Karriereweg im Finanzbereich zählt.
Die klassische Laufbahn führt von der Tätigkeit als Berufsanwärter:in über die Wirtschaftsprüferprüfung bis hin zu Positionen als Manager:in, Senior Manager:in oder Partner:in. Viele Wirtschaftsprüfer:innen wechseln später auch auf Unternehmensseite und übernehmen Führungspositionen im Rechnungswesen, Finance oder Risikomanagement.
Ja. Viele erfahrene Berufsträger:innen verfügen über beide Berufsqualifikationen: Die Erlangung der Wirtschaftsprüfer:in- oder Steuerberater:in-Qualifikation beim KSW ist jeweils unabhängig und in beliebiger Reihenfolge möglich.
Wer beide Befugnisse hat, kann Unternehmen sowohl in steuerlichen Fragestellungen beraten als auch gesetzliche Abschlussprüfungen durchführen, selbstverständlich unter Einhaltung der gesetzlichen Unabhängigkeitsvorschriften, die eine Vermischung von Beratung und Prüfung beim selben Mandat verhindern.