Kurzantwort: Was bedeutet Upskilling?
Upskilling bezeichnet die gezielte Weiterentwicklung bestehender Mitarbeiter:innen, damit sie neue Technologien, Aufgaben oder Rollen übernehmen können.
Im IT-Bereich umfasst Upskililng beispielsweise Kompetenzen in den Bereichen:
- Artificial Intelligence (AI)
- Cloud Services
- Cyber Security
- Data Engineering
- DevOps
- SAP S/4HANA
- Data Analytics
Upskilling hilft Unternehmen dabei, vorhandenes Wissen zu erhalten, Mitarbeiter:innen langfristig zu binden und schneller auf technologische Veränderungen zu reagieren.
Warum Upskilling heute wichtiger ist denn je
Noch vor wenigen Jahren konzentrierten sich viele Unternehmen fast ausschließlich auf Recruiting. Heute sind qualifizierte IT-Fachkräfte weiterhin knapp und neue Technologien verändern bestehende Aufgabenprofile zunehmend. Diese Entwicklung zeigt sich auch in den aktuellen Recruiting Trends 2026, in denen Skills, Technologie und gezielte Kandidat:innenansprache eine immer größere Rolle spielen.
Der Future of Jobs Report 2025 des World Economic Forum zeigt:
- Bis 2030 werden sich rund 39 % der heute benötigten Kernkompetenzen verändern.
- Rund 59 % aller Beschäftigten benötigen bis dahin Weiterbildung oder Umschulung.
- Technologische Kompetenzen zählen zu den am stärksten wachsenden Skill-Bereichen weltweit.
Auch in Österreich bleibt die Nachfrage nach qualifizierten IT-Fachkräften hoch. Laut der Europäischen Kommission fehlen europaweit weiterhin digitale Kompetenzen, vor allem kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) stehen vor der Herausforderung, spezialisierte IT-Profile zu gewinnen und langfristig zu halten.
Für Unternehmen bedeutet das konkret: Nicht jede Kompetenz kann dauerhaft extern eingekauft werden. Viele Fähigkeiten müssen innerhalb der Organisation aufgebaut werden. Mitarbeiter:innen müssen sich kontinuierlich neues Wissen aneignen.
„Früher wurden Fähigkeiten eingestellt. Heute wird zunehmend die Fähigkeit eingestellt, neue Fähigkeiten zu erwerben.“
Johann Halmdienst, Partner bei Schulmeister, Leiter für IT & Technik
Mindestens genauso wichtig wie neue Fachkenntnisse wird die Fähigkeit, kontinuierlich zu lernen. Technologien, Programmiersprachen, Cloud-Plattformen und KI-Anwendungen entwickeln sich so schnell weiter, dass klassische Weiterbildungszyklen oft nicht mehr ausreichen. Unternehmen sollten daher nicht nur nach bestehenden Skills suchen, sondern auch nach Lernagilität, technischer Neugier und der Bereitschaft, sich laufend weiterzuentwickeln.
Künstliche Intelligenz verändert Berufe schneller als Stellenprofile
KI ersetzt nicht automatisch ganze Berufe, sie verändert die Tätigkeiten innerhalb bestehender Rollen, wie beispielsweise auch in Finanzabteilungen. Der Microsoft Work Trend Index 2025 zeigt, dass Unternehmen zunehmend Mitarbeiter:innen suchen, die produktiv mit KI zusammenarbeiten können.
Gefragt sind künftig weniger einzelne Tools als vielmehr Kompetenzen wie:
- kritisches Denken
- Datenkompetenz
- Entwicklung von KI-Agenten für Business Impact inkl. Prompt Engineering
- Prozessverständnis
- Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI
Gerade in IT-Abteilungen entstehen dadurch neue Kompetenzprofile.
Recruiting oder Upskilling? Die richtige Balance finden
Die entscheidende Frage lautet heute nicht mehr: Recruiting oder Upskilling?
Sondern: Welche Kompetenzen entwickeln wir intern und welche benötigen wir kurzfristig von außen? Diese Frage ist auch ein wichtiger Teil einer langfristigen strategischen Nachfolgeplanung.
Die erfolgreichsten Unternehmen kombinieren beide Ansätze.
Upskilling | Recruiting |
| entwickelt bestehende Mitarbeitende | bringt neue Kompetenzen ins Unternehmen |
| stärkt Mitarbeiterbindung | schließt kurzfristige Skill-Gaps |
| bewahrt Unternehmenswissen | ermöglicht Zugang zu Spezialwissen |
| langfristige Strategie | kurzfristige Kapazität |
Gezielte Weiterbildung ist nicht nur eine Antwort auf Skill-Gaps, sondern auch ein wichtiger Hebel, um Mitarbeiterbindung zu verbessern.
Diese IT-Kompetenzen gewinnen aktuell besonders an Bedeutung
Aktuelle Studien des World Economic Forum, Microsoft und LinkedIn zeigen übereinstimmend, dass insbesondere folgende Bereiche stark wachsen:
- Artificial Intelligence Generative KI verändert Softwareentwicklung, Testing und Automatisierung.
- Data Engineering Daten bilden die Grundlage jeder KI-Anwendung. Data Engineers zählen deshalb zu den gefragtesten IT-Berufen.
- Cyber Security Mit zunehmender Digitalisierung steigen auch die Anforderungen an Informationssicherheit. Cyber Security bleibt eines der wachstumsstärksten Kompetenzfelder.
- Cloud Services Cloud-Plattformen wie Microsoft Azure, AWS oder Google Cloud gehören inzwischen zum Standard moderner IT-Landschaften.
- DevOps & Automation Automatisierte Entwicklungs- und Deployment-Prozesse werden für Unternehmen immer wichtiger.
- SAP S/4HANA Viele Unternehmen befinden sich aktuell mitten in der Transformation, S/4-erfahrene SAP Consultants bleiben weiterhin stark gefragt.
Entscheidend ist dabei nicht nur das Beherrschen einzelner Tools. Für Unternehmen wird immer wichtiger, wie schnell sich IT-Fachkräfte auf neue Technologien, Systeme und Prozesse anpassen können.
Wo Upskilling an seine Grenzen stößt
So wichtig interne Weiterbildung ist: Nicht jede Kompetenz lässt sich kurzfristig im Unternehmen aufbauen. Bei zeitkritischen Projekten, hochspezialisierten Rollen oder fehlender interner Basis kann externes Recruiting die bessere Lösung sein. Das gilt besonders für Positionen wie AI Engineers, Cloud Architects, SAP S/4HANA Consultants, IT Security Experts, Enterprise Architects oder IT-Führungsrollen.
Bei zeitkritischen Projekten kann auch IT Interim Management eine sinnvolle Alternative sein.
Warum Personalberatung heute mehr leistet als Recruiting
Eine moderne IT-Personalberatung vermittelt heute nicht nur qualifizierte IT-Fachkräfte. Sie unterstützt Unternehmen auch dabei,
- zukünftige Kompetenzbedarfe zu identifizieren,
- Skill-Gaps zu erkennen und bewusst zu schließen,
- Recruiting- und Weiterbildungsstrategien sinnvoll zu kombinieren,
- schwer verfügbare Spezialist:innen gezielt anzusprechen.
Unsere Erfahrung zeigt: Die erfolgreichsten Unternehmen entwickeln ihre bestehenden Teams konsequent weiter und ergänzen diese gezielt durch externe Spezialist:innen.
Fazit: Upskilling oder Rectruiting
Upskilling ist kein Ersatz für Recruiting – und Recruiting ist keine dauerhafte Lösung für jede Kompetenzlücke. Unternehmen, die beide Strategien intelligent verbinden, reagieren schneller auf technologische Veränderungen, stärken ihre Arbeitgeberattraktivität und sichern sich langfristig Wettbewerbsvorteile.
„Unternehmen sollten heute vor allem in Menschen investieren, die bereit und in der Lage sind, morgen Neues zu lernen und sich schnell umstellen können. Erfolgreiche IT-Teams entstehen dort, wo gezieltes Upskilling und die Rekrutierung spezialisierter Expert:innen Hand in Hand gehen.“
Johann Halmdienst, Partner für Technology & IT
FAQ zu Upskilling im IT-Bereich
Upskilling beschreibt die gezielte Weiterbildung bestehender IT-Mitarbeiter:innen, damit sie neue Technologien, Aufgaben oder Rollen übernehmen können, wie beispielsweise in den Bereichen KI, Cloud, Data oder Cyber Security.
Beim Upskilling werden bestehende Kompetenzen erweitert. Reskilling bedeutet, Mitarbeiter:innen für eine völlig neue Rolle oder Tätigkeit zu qualifizieren.
Upskilling eignet sich besonders für den langfristigen Kompetenzaufbau und die Mitarbeiterbindung. Recruiting bleibt sinnvoll, wenn kurzfristig spezialisiertes Know-how oder zusätzliche Kapazitäten benötigt werden.
Österreichische Unternehmen stehen vor der Herausforderung, dass qualifizierte IT-Fachkräfte weiterhin knapp sind und gleichzeitig neue Technologien wie Künstliche Intelligenz die Anforderungen an bestehende Rollen verändern. Durch gezieltes Upskilling können Unternehmen vorhandene Mitarbeitende weiterentwickeln, Know-how im Unternehmen halten und den Bedarf an externem Recruiting gezielt ergänzen.
Zu den gefragtesten Kompetenzfeldern zählen Artificial Intelligence (AI), Data Engineering, Cyber Security, Cloud Services, DevOps, SAP S/4HANA sowie Data Analytics.
Weil sich nicht alle Kompetenzen intern aufbauen lassen. Unternehmen, die Mitarbeiter:innen und Teams gezielt weiterentwickeln und gleichzeitig externe Spezialist:innen gewinnen, reagieren flexibler auf technologische Veränderungen und sichern sich langfristig Wettbewerbsvorteile.