Artikel von Matthias Schulmeister

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Bewerbermarkt 2026 im Finanzbereich: Was Unternehmen jetzt wissen müssen

Der Bewerbermarkt 2026 zeigt sich im Finanzbereich widersprüchlich: Viele Arbeitnehmer:innen denken über einen Jobwechsel nach, doch konkrete Bewerbungen bleiben oft aus. Eine aktuelle Schulmeister-Umfrage unter 1.122 Beschäftigten im Finanzbereich zeigt, warum Wechselbereitschaft nicht automatisch zu mehr Bewerbungen führt – und was Unternehmen jetzt tun können, um qualifizierte Fachkräfte dennoch zu erreichen. Rund 53 Prozent der Befragten planen für 2026 einen Jobwechsel, weitere 22 Prozent ziehen einen Wechsel zumindest in Betracht. Gleichzeitig ist nur etwas mehr als die Hälfte der wechselwilligen Befragten aktiv auf Jobsuche. Für Unternehmen bedeutet das: Der Bewerbermarkt ist vorhanden, aber vorsichtig. Wer Fachkräfte im Finanzbereich gewinnen möchte, muss Sicherheit, Perspektive, Führung und Entwicklung klarer kommunizieren als bisher.

INHALT

Wie wechselbereit sind Arbeitnehmer:innen im Finanzbereich 2026?

Rund 53 Prozent der Befragten planen, im Jahr 2026 ihren Job zu wechseln, weitere 22 Prozent ziehen einen Wechsel zumindest in Betracht. Diese hohe Zahl an potenziell Wechselwilligen ergibt sich der Marktbeobachtung nach aus dem Antwortsample. Es wird angenommen, dass wechselwillige Arbeitnehmer:innen eher an der Umfrage teilnehmen. Unsere Erfahrungen bei Direktansprachen spiegeln diese hohe Wechselwilligkeit nicht in einem solchen Ausmaß wider. 

Gleichzeitig gibt nur etwas mehr als die Hälfte der wechselwilligen Befragten an, aktuell aktiv auf Jobsuche zu sein. Der Jobwechsel ist damit für viele Arbeitnehmer:innen weniger ein selbstverständlicher Karriereschritt, sondern eine abgewogene Entscheidung, die stark von Stabilität, Perspektive und konkreten Anreizen abhängt – und damit für Unternehmen schwerer planbar, aber gezielt beeinflussbar wird. 

Gerade für Unternehmen, die aktuell Mitarbeiter:innen im Finanzbereich finden möchten, bedeutet das: Stellenangebote müssen klarer positioniert und aktiver an passende Kandidat:innen herangetragen werden.

„Die Umfrage zeigt deutlich, dass viele Beschäftigte verunsichert sind und einen Jobwechsel erwägen, ohne aber sofort zu handeln. Für Unternehmen bedeutet das: Der Bewerbermarkt ist vorhanden, reagiert aber sensibel auf Rahmenbedingungen und Angebote“, so Mag. Matthias Schulmeister, Geschäftsführer der Schulmeister Management Consulting GmbH. „2026 wird daher weniger ein klassisches Einstellungsjahr sein als ein Jahr der Transformation in den Finance-Abteilungen. Unternehmen suchen nicht mehr breit, sondern sehr gezielt – und Kandidat:innen wechseln nur dann, wenn Perspektive, Rolle und Sicherheit überzeugend zusammenpassen.“

 

Deshalb gewinnt Active Sourcing für Finanzpositionen weiter an Bedeutung: Viele passende Kandidat:innen sind zwar grundsätzlich offen, aber nicht aktiv auf Jobsuche. Welche Entwicklungen Unternehmen darüber hinaus im Recruiting erwarten, haben wir im Beitrag zu den Recruiting Trends 2026 zusammengefasst.

Von widersprüchlichen Signalen des Arbeitsmarktes im Finanzbereich spricht auch die österreichische Tageszeitung “Die Presse”, die weitere Einblicke zu den aktuellen Ergebnisse unserer Umfrage zum Bewerbermarkt in ihrem Artikel “Hohe Bereitschaft im Finanzsektor, den Job zu wechseln” vom 30. Jänner 2026 behandelt: Mehr als die Hälfte der Mitarbeitenden im Finanzsektor überlegt im heurigen Jahr, ob ein Jobwechsel eine gute Idee ist.

Warum viele Beschäftigte einen Jobwechsel erwägen, aber nicht aktiv suchen

Verhaltene Einschätzung der Arbeitsplatzsicherheit

Auch die Einschätzung der eigenen beruflichen Sicherheit fällt differenziert aus. Rund ein Drittel der Befragten geht davon aus, dass der eigene Arbeitsplatz aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage mittelfristig gefährdet sein könnte. Gleichzeitig fühlt sich die Mehrheit weiterhin nicht unmittelbar bedroht. Wirtschaftliche Unsicherheit ist damit präsent, führt jedoch bislang eher zu Zurückhaltung als zu unmittelbaren Bruchentscheidungen.

Was wirtschaftliche Unsicherheit für den Bewerbermarkt in Österreich bedeutet

Neben emotionalen Aspekten zeigen sich auch konkrete finanzielle Auswirkungen der aktuellen wirtschaftlichen Situation. 38 Prozent der Befragten berichten von Einbußen beim Jahreseinkommen. Die wirtschaftliche Lage wirkt sich damit für einen erheblichen Teil der Beschäftigten direkt auf die persönliche finanzielle Situation aus – ein Faktor, der die Sensibilität gegenüber Jobangeboten und Rahmenbedingungen sicherlich erhöht.

Welche Rolle Gehalt, Führung und Perspektiven bei der Mitarbeiterbindung spielen

Unabhängig von der wirtschaftlichen Lage zeigen sich klare Muster bei den Gründen für Unzufriedenheit. Besonders häufig genannt werden eine unbefriedigende Führung, fehlende Perspektiven sowie ein mangelnder Team-Fit. Diese Faktoren zeigen auch, warum Unternehmen ihre Mitarbeiterbindung nicht nur über Gehalt, sondern vor allem über Führung, Entwicklung und Teamkultur stärken sollten.

Gleichzeitig zählen genau diese Faktoren – neben einem fairen Gehalt und interessanten Aufgaben – auch zu den wichtigsten Kriterien für Zufriedenheit im aktuellen Job und für die Attraktivität eines zukünftigen Arbeitgebers. In einem von Unsicherheit geprägten Umfeld gewinnen Klarheit, Orientierung und Entwicklungsmöglichkeiten weiter an Bedeutung. 

Erhebungsdetails zur Schulmeister-Umfrage 2026

Die Jahreswechselumfrage wurde im Dezember 2025 bereits zum vierten Mal in Folge vom Personalvermittlungs-und Personalberatungsunternehmen Schulmeister durchgeführt. Insgesamt nahmen 1.122 Arbeitnehmer:innen aus dem Finanzbereich an der Online-Umfrage teil.

Die vollständigen Umfrageergebnisse finden Sie hier:

ALLE ERGEBNISSE ALS PDF

Sie haben Fragen zu den Ergebnissen oder wünschen ein Interview mit unseren Arbeitsmarkt-Expert:innen? Kontaktieren Sie uns gerne, wir geben Ihnen weitere Einblicke in die Umfrage und unsere Einschätzung zum Bewerbermarkt 2026.

Presseaussendung als PDF

Über Schulmeister

Schulmeister Management Consulting ist eine von Österreichs führenden Personalberatungen im Finanzbereich und spezialisiert auf die Besetzung von Fach- und Führungspositionen in den Bereichen Finanzwesen, Immobilien, IT und Engineering. Mit 25 Jahren Erfahrung und einer Datenbank von mehr als 200.000 Profilen qualifizierter Fachkräfte besetzt das Unternehmen jährlich über 500 Positionen – von Spezialisten bis zu C-Level-Positionen.

Mit Standorten in Wien, Linz, Graz, Salzburg, Hamburg und Prag unterstützt Schulmeister Unternehmen und Fachkräfte in Österreich, Deutschland und der CEE-Region.

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